Energieversorgung Leverkusen GmbH & Co. KG

Unbundling auch für verbesserten Kundenservice nutzen

Die Energieversorgung Leverkusen GmbH & Co. KG (EVL) hat das informatorische Unbundling bereits umgesetzt. Um die gesetzlichen Anforderungen zu erfüllen, implementierte der Versorger gemeinsam mit DSC ein 2-Vertrags-Modell.

Die Energieversorgung Leverkusen ist für die Zukunft gut gerüstet. Als eines der ersten deutschen Unternehmen hat der Versorger die gesetzlich geforderte Deregulierung bereits umgesetzt. Die Entflechtung erfolgte gemeinsam mit DSC. Der Projektauftrag bestand darin, die geforderten informatorischen, buchhalterischen und organisatorischen Grundsätze in vertikal integrierten Versorgungsunternehmen vollständig einzuhalten. Als Datenmodell wählte der Versorger das 2-Vertrags-Modell. „Diese Variante betrachten wir als unbundlingkonform und damit zukunftssicher. Wir gehen davon aus, dass sich das 2-Vertrags-Modell mittelfristig als Standard durchsetzen wird und damit eine hohe Investitionssicherheit bietet“, erläutert Axel Groß, kaufmännischer Leiter bei der EVL, die Entscheidung.
Begleitet wurde die informatorische Entflechtung durch operationelle Entflechtungsmaßnahmen, die zu einer veränderten Aufbauorganisation führten. Im Vorgriff auf das in 2007 erforderliche rechtliche Unbundling schloss sich die EVL bereits im vergangenen Jahr dem Kreis der Gründungsgesellschafter der rheinischen Netzgesellschaft (RNG) an. Das neue Unternehmen übernimmt die vom Gesetzgeber festgelegten Aufgaben eines unabhängigen Netzbetreibers und sorgt so für eine diskriminierungsfreie Nutzung der Strom- und Gasnetze. Zu den Kernaufgaben der RNG zählen das Asset- und Regulierungsmanagement. Für die Dienstleistungen rund um das Netz bleibt die EVL gemäß den geschlossenen Pacht- und Dienstleistungsverträgen der Unternehmen auch weiterhin verantwortlich.


IDEX-GE schafft klare Trennung im 2-Vertrags-Modell

Die organisatorischen Veränderungen führten dazu, dass der Versorger seine IT-Landschaft umstrukturieren und die neuen Geschäftsprozesse in der Unternehmenssoftware abbilden musste. Um die Daten im neuen 2-Vertrags-Modell klar getrennt zu halten, führte DSC gemeinsam mit dem Versorger IDEX-GE (Intercompany Data Exchange - German Electricity) ein. Die SAP-Standardlösung beinhaltet wichtige Funktionen für den Lieferantenwechsel, die Netznutzungsbearbeitung sowie die Mehr-/Mindermengen-Bilanzierung. Wichtigster Bestandteil der Lösung ist jedoch der Bereich, der sich mit dem informatorischen Unbundling auseinander setzt. Nur über die neu geschaffenen Berechtigungsobjekte sowie über die von SAP bereitgestellten Funktionen in Tree-Anzeigen und Stammdatenumfeldern kann eine klare Trennung vollzogen werden.
Darüber hinaus erlaubt die Software, zahlreiche Abläufe und Datenaustauschprozesse automatisiert abzuwickeln. So ist es über IDEX-GE beispielsweise möglich, Rechnungen, die vom Netz an den eigenen Vertrieb fakturiert werden müssen, intern im System abzuwickeln. Das betrifft rund 98 Prozent der Verbraucher, die den Stromanbieter trotz Liberalisierung nicht gewechselt haben. „Andernfalls wäre der Arbeitsaufwand für die Abrechnungen so groß, dass er mit dem vorhandenen Personal kaum zu stemmen wäre“, so Axel Groß.

Mit IDEX-GE lässt sich der Aufwand dafür reduzieren, indem Verbrauchsdaten aufgrund der klar definierten Berechtigungen unbundlingkonform intern ausgetauscht werden. Auf diese Weise erleichtert die SAP-Lösung den Geschäftsprozess, und das Unternehmen spart viel Zeit und Geld.

Um die Kommunikation zwischen den Unternehmen weiter zu erleichtern, implementierte DSC zudem die Komponente SAP Exchange Infrastructure (SAP XI) und integrierte darüber hinaus ein passendes Energiedatenmanagement (EDM) sowie das Real Time Pricing (RTP) für die Abrechnung der Lastgangkunden. Der EDM-Produktivstart ist für Mitte 2006 geplant.


Übersichtlichkeit trotz Verdopplung der Stammdaten

Auch die Abläufe im Customer Interaction Center (CIC) wurden im Rahmen des Unbundlingprojekts optimiert. Hier ergänzt das DSC Add-On HTML-Kundenauskunft die Zugriffsmöglichkeiten auf sensible Informationen. Datenbasis und Präsentationssicht sind in dieser Zusatzlösung vollständig voneinander getrennt. Die gewünschten Informationen werden nur gefiltert und temporär aus der Kernanwendung angezeigt. Auf diese Weise sind die sensiblen Daten gut geschützt. Zugleich lassen sie sich jedoch über die übersichtliche grafische Darstellung schnell und einfach abrufen. Die aufwändige Suche nach offenen Posten, Abschlagsplänen, Vertragsdaten, Zähler- und Verbrauchsinformationen entfällt.

Im Rahmen der Systemumstellung und der damit verbundenen Verbesserungen implementierte DSC auch Zusatzmodule für Effizienzsteigerungen bei der Abschlags- und Rechnungsbearbeitung sowie beim Bankdatenmanagement. Während EVL-Mitarbeiter bisher sowohl die Geschäftspartner- als auch die Vertragskontenansicht aufrufen mussten um Änderungen vorzunehmen, genügt nun ein einziger Tastendruck. Aufwändige Klicks in die Einzelansichten sind überflüssig. „Das spart Zeit und vereinfacht die Arbeit“, beschreibt Axel Groß die Vorteile der neuen Vorgehensweise.


Standarddatenkonvertierung und Anlagensplit


Die Datenkonvertierung selbst erfolgte auf Basis des Contract Conversion Service (CCS). Der Service umfasst die technische Unterstützung durch die SAP sowie die Contract Conversion Workbench. Kunden erhalten damit eine hilfreiche Unterstützung, um die notwendigen Infrastrukturen für die geforderte Deregulierung auf- und umzubauen.
Als besonders hilfreich erweist sich auch das DSC Add-On Anlagensplit. Damit lassen sich Besonderheiten, die in der Historie der Konstrukte begründet sind, auch weiterhin in der Abrechnung und Fakturierung abbilden. „Dieses Tool schätzen wir im Nachgang besonders bei der Abrechnung von Kunden, die beispielsweise mehrere Filialen oder Außenstellen mit jeweils eigenen Zählpunkten besitzen. Ohne den vorherigen Einsatz dieser Zusatzlösung müssten wir jeden Verbrauch separat abrechnen und eine eigene Rechnung fakturieren“, erklärt Axel Groß. Dank des Add-Ons erhält der Kunde nur noch eine zusammengefasste Rechnung, auf der die Verbrauchszahlen aller Anlagen übersichtlich aufgelistet sind. „Ein Service, den die Kunden zu schätzen wissen“, verdeutlicht der kaufmännische Leiter.
Insgesamt hat die EVL im Zuge der geforderten Entflechtung nicht nur die gesetzlichen Vorgaben erfüllt, sondern zugleich die sich bietende Chance genutzt, interne Prozesse zu verbessern. „Wir sind froh, dass wir im Rahmen des Unbundlings unsere IT-Struktur modernisiert haben und dass wir durch die Implementierung neuer Geschäftsprozesse den gesetzlichen geforderten diskriminierungsfreien Umgang mit Informationen sicherstellen und zugleich die Basis für eine weitere Automatisierung zwischen den Marktpartnern geschaffen haben“, so Axel Groß. „Nun kann sich die EVL besser auf dem liberalisierten Markt positionieren und sich im stetig wachsenden Wettbewerb behaupten“.

 

 

 

 

 

 

 

 


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